Valentin Langen

Valentin Langen von der Wagner Gruppe wird beim Hoffest von HRpepper über „Führung und Innovation“ sprechen. Im Interview erläutert er vorab, was Innovationen mit Träumerei zu tun haben und warum eine Organisationskultur der Offenheit so wichtig ist bei dem Thema.

Valentin, du bist beim Hoffest dabei und deine vielversprechende Session heißt „Leadership mit Träumen, Spinnereien und Fantasien: Erfolgreiches Führen von disruptiven Innovationen“. Was haben denn Spinnereien, Träumen und Fantasie mit Innovation zu tun?
Bei Innovationen braucht es zunächst Personen, die bestehende Grenzen mit Ideen infrage stellen. Gleichzeitig braucht es ein System, das Ressourcen für die Verwirklichung dieser Ideen bereitstellt. Spinnereien, Träume und Fantasien stellen wirksame Transportmedien für innovative Ideen dar, machen uns die Ideen überhaupt erst zugänglich und bewerten sie gleichzeitig. Fortschritt braucht immer einen Spinner, der ihn erkennt. Und Großes entsteht regelmäßig durch einen anfänglichen Traum.

Und was macht eine Innovation zu einer disruptiven?
Das Lehrbuch hat eine sehr klare Meinung: Eine disruptive bzw. radikale Innovation fegt eine bestehende Technologie vom Markt. Im Management-Boulevard geht damit oftmals eine romantisch verklärte Sehnsucht nach „new to the world“ und „unicorn“-Werten einher.  Alleine aufgrund der schieren Erwartungshöhe halte ich diese Haltung für Unsinn. Es wäre schön, wenn Unternehmen zunächst mal das „1 mal 1“ der Innovationen besser beherrschten. Meines Erachtens wäre an dieser Stelle die bessere Frage: Muss Innovation zwingend disruptiv sein?

Immer mehr Unternehmen sind zumindest dazu gezwungen, in immer kürzeren Abständen Innovationen auf den Markt zu bringen. Welchen Anteil hat Führung bei dem Thema?
Vor allem im Organisationskontext sind Innovationen das Ergebnis von Teamarbeit. Salopp gesagt: Wer die Idee hat, entscheidet oftmals nicht über das Budget. Und dann gibt es noch Kollegen, die die Idee in eine Innovation übersetzen. Die schlichte Koordination dieser Personen erfolgt über Führung. Das ist aber nur ein Aspekt. Wesentlich bedeutsamer erscheint mir, über die Führung eine Kultur der Offenheit für Neues zu etablieren. Führung ist also der zentrale Faktor für Innovationen.

Du bist bei der Wagner Gruppe unter anderem Head of Corporate Incubation. Wie hat sich das Thema Innovation bei Euch in den vergangenen Jahren verändert? Was ist für Euch zum Beispiel wichtiger geworden?
Die Wagner Gruppe hat seit etwa drei Jahren eine neue Geschäftsführung. Die erste Handlung unseres CEOs war es, Innovation in unsere Unternehmensvision und in unseren Unternehmenswerten zu verankern. Seither haben wir nicht nur mehr Budget und Brainpower für Innovationen, sondern auch unser Selbstanspruch ist deutlich gewachsen. Die Folge ist, dass wir deutlich mehr über Innovationen reden als zuvor und offener werden. Offener im Umgang miteinander, offener für neue Themen, offener für neue Methoden, offener dafür, Innovation nicht isoliert zu betrachten. Unser Inkubator „Wagner freiraum“ ist hier nicht das einzige, aber durchaus ein zentrales Instrument.

Was können die Teilnehmer deiner Session erwarten?
Ich berichte darüber, wie wir aus dem mittelständischen Anlagenbauer Wagner ein Kosmetikunternehmen herausschnitzen. Über lehrbuchartigen Technologietransfer in neue Märkte, wie wir als Corporate Startup-Geschichte schreiben, warum unsere Technologie besser vor Hautkrebs schützt, und dass eines Tages ein Harvard Business Case über unsere Arbeit zukünftige Generationen von Managern ausbilden wird. Die Teilnehmer dürfen dann selbst entscheiden, was hiervon Träume, Fantasien und Spinnereien sind – und wie weit sie uns gebracht haben 😉

Klingt spannend. Was erwartest du von deiner ersten Hoffest-Teilnahme?
Wichtige Impulse und Anregungen für unsere Innovationsarbeit.


Das Hoffest von HRpepper findet am 1. Juni 2018 in Berlin-Kreuzberg statt. Programm und Anmeldung auf unserer Website.

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