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Natalie Schuppenhauer ist eine erfahrene Trainerin und ein profilierter Coach. Sie hat nicht nur mit Führungskräften aus der freien Wirtschaft gearbeitet, sondern zum Beispiel auch mit Astronauten und Piloten. Seit kurzem ist sie nun bei HRpepper. Im Gespräch erklärt sie, was unter „High Risk Environment Trainings“ zu verstehen ist und was man von Piloten lernen kann. 

 

Natalie, du hast eine enorme und sehr vielfältige Erfahrung in Bezug auf das Training und Coaching von Fach- und Führungskräften. Was fasziniert dich ganz allgemein an dieser Arbeit?

Schon in meiner Schulzeit hat mich die Frage beschäftigt, was Menschen motiviert, sich so zu verhalten, wie sie es tun und wie sich Gruppen auf immer ähnliche Weise strukturieren.

Heute in meiner Arbeit fasziniert es mich vor allem, immer wieder neu in die Welt der Klienten einzutauchen und die Herausforderungen zu verstehen, die der entsprechende Arbeitsalltag mit sich bringt. Gemeinsam auf die Suche nach den zwischenmenschlichen, technischen und strukturellen Herausforderungen zu gehen, um dann durch das Erarbeiten von innovativen Lösungsstrategien eine wirkliche Veränderung herbeizuführen. Das ist für mich selbst jedes Mal wieder eine tolle Herausforderung und eine persönliche Bereicherung. Ich lerne in meinem Job jeden Tag etwas Neues dazu und das empfinde ich als großes Geschenk!

Entscheidungen mit weitreichenden Konsequenzen

Auffällig ist bei dir, dass du nicht nur Manager und Managerinnen aus der Industrie gecoacht hast, sondern auch in sehr speziellen Bereichen tätig gewesen bist. Du hast unter anderem Erfahrungen hinsichtlich sogenannten „High Risk Environment Trainings“. Was genau ist darunter zu verstehen?

Ich habe meine ersten Erfahrungen als Trainerin und Coach in der Luft-und Raumfahrt gesammelt. Beides sind Arbeitsumfelder, in denen eine Entscheidung oder Handlung zu weitreichenden Konsequenzen, sogar bis hin zum Tod von Menschen führen kann. Andere sogenannte „High Risk Environments“ wären zum Beispiel Kernkraftwerke, OPs oder auch die Flugsicherung. Später habe ich dann aber auch z.B. eine Special Forces Unit trainiert oder die Crews der französisch-italienischen Antarktis-Station.
Selbstverständlich sind auch in anderen verantwortungsreichen Stellungen Konsequenzen oft weitreichend, die Konsequenz den eine Handlung hat, ist jedoch meistens nicht vergleichbar zeitkritisch oder direkt.

Du warst, wie du sagst, Coach in der Luft-und Raumfahrt. Was ist das Besondere bei der Berufsgruppe der Astronauten?

Was mich an der Arbeit mit den europäischen Astronauten besonders beeindruckt hat, ist, wie extrem fokussiert, resilient und interessiert sie daran sind, ihre persönliche Bestleistung abzurufen. Daher werden alle Inputs zuerst einmal als wertvoll eingeschätzt, um die eigene Leistung zu verbessern.

Das ist vor allem als Psychologin in der Zusammenarbeit mit sehr technisch geprägten Berufsgruppen nicht immer die Resonanz, die man erhält. Aber neben aller Ernsthaftigkeit war auch immer Zeit für den ein oder anderen Scherz. Gerade wenn man hart an der Erfüllung seiner Ziele arbeitet, sollte man nicht vergessen, Spaß dabei zu haben.

Aus einer Gruppe an Menschen ein erfolgreiches Team bilden

Lange Jahre hast du ebenfalls für die Lufthansa Trainings gegeben, unter anderem Leadership-Kompetenzen für Flugkapitäne. Was denkst du, können sich Führungskräfte aus der Industrie von Flugzeugkapitänen abschauen?

Das sogenannte Crew Resource Management-Training ist seit vielen Jahren fester Bestandteil der Ausbildung von Flugbesatzungen. Hier werden verschiedene Themen trainiert, die zur Vermeidung von Fehlern und der Herstellung der richtigen Atmosphäre im Team beitragen, zum Beispiel wie sichergestellt werden kann, dass relevante Information zeitnah den richtigen Empfänger erreichen oder wie Entscheidungen strukturiert getroffen werden – unter Einbeziehung sämtlicher vorhandener Fakten.

All das sind Themen, die nicht nur an Bord eines Flugzeugs erfolgsentscheidend sind. Sich bewusst zu sein, wie man aus einer Gruppe an Menschen ein erfolgreiches Team bildet oder in schwierigen Entscheidungssituationen nicht dem ersten Impuls folgt, sondern sich erst einmal einen umfassenden Überblick über die Situation verschafft, um dann verschiedene Lösungsstrategien zu generieren und zu überprüfen, das sind Fähigkeiten von der jede Führungskraft profitieren kann.

Du bist nun glücklicherweise seit kurzem bei HRpepper. Was sind deine ersten Eindrücke?

Ich bin hier auf ein kompetentes, diverses und extrem motiviertes Team getroffen, das mich sehr herzlich und neugierig aufgenommen hat. Der Pepper-Style ist rundherum spürbar! Ich freue mich riesig, Teil dieses Teams sein zu dürfen und bin gespannt was die zukünftige Zusammenarbeit alles Tolles bringt.

Und worauf wirst du dich in deiner Beratertätigkeit fokussieren?

Jetzt bei HRpepper möchte ich auch weiterhin gerne meine Erfahrungen aus den verschiedenen Berufsfeldern Kunden aus der freien Wirtschaft zur Verfügung stellen und als Trainerin und Coach behilflich sein, Menschen, Teams und Organisationen fit für die Herausforderungen der Zukunft zu machen.

Vielen Dank, Natalie. 

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