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Wir stellen in unserer Rubrik „verflixte 7“ in loser Reihenfolge unsere Favoriten zu einem bestimmten Thema vor. Es gibt von einem HRpepper-Berater sieben Empfehlungen innerhalb einer Kategorie. Das können beispielsweise Bücher oder Artikel zu einem Thema sein, Methoden, Veranstaltungen, Apps und einiges mehr. Warum „verflixte 7“? Weil es so schwer ist, sich auf sieben zu beschränken. Den Anfang in der Reihe macht Jan C. Weilbacher, der seine derzeitigen Lieblings-Podcasts vorstellt.

Podcasts sind zurzeit sehr populär. Zurecht, finde ich. Denn in einer turbulenten Zeit, in der viele Menschen viele Bälle in der Luft halten müssen und ein Gefühl der Gleichzeitigkeit erleben, bieten Podcasts eine gute Möglichkeit, interessante Inhalte zu konsumieren während man entweder unterwegs ist oder beim Hören noch etwas anderes zu tun hat.

Ich höre gerne auf dem Rad Podcasts oder sehr spät abends beim Surfen durchs Netz. Es gibt ein großes Angebot da draußen, auch mit dem Fokus auf Themen wie Arbeitsgesellschaft, Transformation und HR. Wobei es mir wichtig ist, mich inspirieren zu lassen, und das geschieht häufig durch Menschen, die sich in ganz anderen beruflichen Bereichen bewegen als ich das tue. Auffällig ist im Übrigen, dass Podcasts in der Regel das Format des Interviews nutzen. Das ist zum einen nachvollziehbar, weil es das einfachste Format ist. Zum anderen führt es zu gewissen Ermüdungserscheinungen: Die Ansprüche an jeden neuen Interview-Podcast steigen damit. Nichtsdestotrotz: Es gibt Podcasts, die sind auch als Interview-Serie interessant. Die Auswahl ist mir sehr schwergefallen.

Das sind meine Empfehlungen:

  1. On the Way to New Work

Noch habe ich „On the Way to New Work“ auf Platz eins gesetzt, aber mit Bauchschmerzen. Lange Zeit war es mein absoluter Lieblings-Podcast, auf den ich mich jeden Montag gefreut habe. Es geht um neues Arbeiten, um Tools, Mindset, Büroumgebungen, Unternehmenskultur, Strukturen. Zuletzt hatte man allerdings ein bisschen das Gefühl, dass der Fokus verloren gegangen ist. Die Auswahl der Gäste erschien plötzlich beliebig. Manche hatten rein gar nichts mit New Work zu tun.

Dennoch: Michael Trautmann und Christoph Magnussen befragen sehr häufig spannende Gesprächspartner – mit wirklicher Neugier und Leidenschaft. Es entsteht meist eine sehr vertraute Atmosphäre, die der Hörer spüren kann. Zu Gast waren bereits beispielsweise Matthias Döpfner (CEO, Axel Springer), Verena Pausder (Gründerin, Fox & Sheep) und der Slack-Gründer Stewart Butterfield. Besonders inspirierend sind allerdings die weniger großen Namen. Empfehlen möchte ich hier ganz speziell die Podcasts mit Sebastian Klein von the Dive, dem ehemaligen US-Präsidenten-Berater Warren S. Rustand und der Ärztin und Burnout-Expertin Mirriam Prieß.

  1. hy Podcast

Der Podcast von Christoph Keese behandelt Fragen rund um die Transformation von Organisationen. Der Journalist, Buchautor und CEO von hy hat mit Büchern wie „Silicon Valley“ bewiesen, dass er das Thema Digitalisierung und Transformation anschaulich und verständlich rüberbringen kann. In seinem Podcast interviewt er zum Teil interessante Unternehmer, die sich in der Transformation befinden oder beschäftigt sich mit aktuellen Entwicklungen zu dem Thema. Der Podcast ist hörenswert, weil Christoph Keese eindeutig für das Thema brennt.

Sehr nah an den Menschen

  1. Hotel Matze

Dieser Podcast fällt aus der Reihe, weil er tatsächlich erst einmal an den Menschen, ihren Geschichten und Persönlichkeiten interessiert ist. Matze Hilscher lädt zwar auch immer wieder Leute aus dem Wirtschaftsleben ein, aber nicht, um sich zu allererst eine Erfolgsgeschichte erzählen zu lassen, sondern, um tatsächlich den Menschen besser zu verstehen. Und dafür nimmt er sich Zeit. Die Gespräche gehen fast immer sehr tief. Der Gründer von „Mit Vergnügen“ und ehemalige Basist von „Virginia Jetzt!“ schafft es, eine sehr intime Atmosphäre aufzubauen und den Gesprächspartnern viel zu entlocken. Und er hatte schon sehr prominente Leute zu Gast: zum Beispiel die Schauspieler Jürgen Vogel und Tom Schilling, den Sänger Bosse und den Bundesjustizminister Heiko Maas. Meine absoluten Lieblingsfolgen sind die mit Lars Eidinger und Benjamin von Struckrad-Barre. Letztere geht fast drei Stunden. Matze Hilscher ist absolut kein Stichwortgeber wie die Mehrheit der Podcaster. Wer sich Zeit nimmt, kommt auf seine Kosten.

  1. Loving HR Podcast

Ganz anders sind die Gespräche bei Jens Kollmann. Er führt weniger ein Gespräch, sondern stellt einfach Fragen. Ziel ist auch nicht, die Menschen kennenzulernen, sondern sich einem bestimmten Thema des Personalmanagements zu nähern. Und dabei lässt sich für die Hörer, die sich für HR interessieren, eine Menge rausziehen. Wer sich in der HR-Community bewegt, sollte immer mal wieder in diesen Podcast reinhören. Zu Gast waren beispielsweise schon: Gunther Olesch von Phoenix Contact, Working-out-Loud-Expertin Sabine Kluge, HRpepper-Gründer Matthias Meifert und ich.

Lehrreiches zu Führung und Zusammenarbeit

  1. Führung auf den Punkt gebracht!

Dieser Podcast von Bernd Geropp war der erste Podcast überhaupt, den ich gehört habe. Es geht um Unternehmensführung, Mitarbeitermotivation, Leadership und Strategie – auf den Punkt gebracht. Die Themen sind meistens sehr praxisnah und aus dem Berufsalltag. Da wird über die Teamzusammensetzung für Projektarbeiten gesprochen, wie man abteilungsübergreifende Zusammenarbeit fördert oder die Führung von wissenschaftlichen Mitarbeitern am besten gelingt. Dabei ist Bernd Geropp in seinem Auftreten stets bescheiden und sympathisch.

  1. Firmenfunk und MoTcast

Okay, dass ich zwei Podcasts auf Platz 6 gesetzt habe, ist ein Trick. Aber ich konnte mich einfach nicht entscheiden. Die Hosts von Firmenfunk, Leonid Lezner, und des MoTcasts, Ingo Stoll, sind als Typen ziemlich unterschiedlich und auch die Gesprächsatmosphäre unterscheidet sich meist.

Der Masters of Transformations-Podcast (MoTcast) von Ingo Stoll schaut ganzheitlich auf das Thema Transformation. Die Gesprächspartner kommen aus ganz unterschiedlichen Bereichen mit ganz verschiedenen Berufen. Unternehmensgründer und Geschäftsführer sind genauso dabei, wie Marketing-Menschen, Science-Fiction-Autoren, Wissenschaftler und Künstlern. Die Episoden sind überraschend und man kommt mit Themen in Berüherung, von denen man gar nicht wusste, dass man sich für sie interessiert.

Leonid Lezner nennt seinen Podcast den „Podcast über sinngetriebenes Arbeiten, Kommunikation und Führungsarbeit“. Der Titel verschleiert etwas, das es bei ihm häufig um ganz konkrete Themen aus dem Bereich Agilität und New Work geht. Ob Working out Loud, Design Thinking, Communities of Practice, virtuelle Zusammenarbeit oder Objectives and Key Results – die Gespräche sind meist ziemlich lehrreich, in seltenen Fällen aber auch schon mal etwas zäh. Leonid Lezner ist als Typ interessant, weil er nicht der typische Podcaster ist. Er ist Softwareentwickler, vielleicht nicht ganz so eloquent, jedoch sehr sympathisch, weil man spürt, woran er glaubt und was ihm wichtig ist, nämlich sinngetrieben zu arbeiten.

  1. managerSeminare

Der Podcast von managerSeminare ist einer der wenigen, der kein Interview-Podcast ist. Es geht in jeder Folge kompakt um ein konkretes Thema, das von verschiedenen Seiten beleuchtet wird – maximal 20 Minuten. Der Entertainment-Faktor ist zwar nicht hoch, aber der Podcast ist wirklich sehr informativ. Jede Folge ist wie eine kleine Vorlesung. Es macht Sinn, sich einzelne Themen rauszusuchen, die einen interessieren. Es gibt schon einen recht großen Fundus: von Customer Centricity und Workhacks für den Wandel über Ambidextrie und Kollaboration bis zu kollektive Intelligenz entwickeln wird einiges geboten.

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