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Aufgrund der Corona-Krise lernen viele Firmen gerade im Schnellverfahren die virtuelle Zusammenarbeit. Auch der HR-Bereich muss Tätigkeiten auf digital umstellen. Dazu gehört das Durchführen von Assessment Centern. Dachte man früher noch, dass physische Präsenz diesbezüglich unumgänglich ist, ist heute klar: Aufgrund der technologischen Möglichkeiten lassen sich digitale Auswahlverfahren nicht nur einfach valide umsetzen, sondern sie bringen sogar eine Menge Vorteile mit sich.

Von Carsten Sura

Die Lockerungen der Beschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie kommen. Nur wahrscheinlich langsamer als wir es uns erhoffen und anders, als wir es uns gedacht haben. Und es bleibt eine Wahrscheinlichkeit, dass die gerade zurückgewonnenen Freiheiten temporär wieder zurückgenommen werden könnten, sollten wir uns zu weit vorgewagt haben und es deshalb erneut zu Einschränkungen kommt.

Fakt ist: Die Situation wird uns noch eine längere Zeit begleiten und auch unser Verhalten in der Zukunft maßgeblich bestimmen. Nachdem es erstaunlich und erfreulicherweise schnell geklappt hat, auch remote eine grundsätzliche Arbeitsfähigkeit bei vielen herzustellen, gilt es jetzt, auch die (HR-)Prozesse anzupassen, die die meisten zunächst hintenangestellt haben. Wie können wir hier remote gehen und uns gleichzeitig auch für zukünftige Situationen sicher aufstellen? Diese Fragen stellen sich auch für Personalauswahlverfahren, insbesondere dann, wenn diese über reine Interviews hinausgehen.

Valide Beobachtung von Kompetenzen

Und wie immer, auch hier bietet die Krise viele Chancen, die es beherzt zu nutzen gilt – jetzt. Die schlechte Nachricht ist, es braucht Anpassungen und gegebenenfalls müssen ganze Bausteine bestehender Verfahren durch andere oder auch neue Übungen ersetzt werden. Die gute Nachricht ist jedoch, dass die Umstellung auf „virtuell“ es uns ermöglicht, weitere Beobachtungs- bzw. Einschätzungsaspekte miteinzubeziehen – vor allem diejenigen, die für eine immer digitalerer Arbeitswelt von großem Nutzen sind.

Und ganz abgesehen davon: Remote-Verfahren lassen sich grundsätzlich schneller, flexibler und bequemer einsetzen und ersparen den Beteiligten unter Umständen viel Reisezeit und somit auch Kosten. Um dabei jedoch zu vergleichbar guten Eignungsaussagen zu kommen, müssen die Auswirkungen fehlender physischer Nähe auf die Beurteilung ausreichend berücksichtigt werden, eine 1:1-Übertragung vorhandener Verfahren ist somit nicht zu empfehlen. Vielmehr lassen sich andere Elemente finden, die die valide Beobachtung von Kompetenzen ermöglichen. Und auch bei Gruppenverfahren, die zusätzlich das Networking der Teilnehmenden fördern sollen, lassen sich Wege finden, wie dies gut gelingen kann.

Wichtig ist die Wahl der Technik

Ein wichtiges Element dabei ist, sowohl in Einzel- als auch in Gruppenverfahren, die richtige Technik. Das heißt, zum einen braucht es ein leistungsfähiges, intuitives digitales AC-Tool, das die einzelnen Beobachtungen und Einschätzungen bequem zusammenfasst, visualisiert und die Erstellung und Übermittlung von Material vereinfacht. Zum anderen ist eine datenschutzkonforme Videoplattform wichtig, die nicht nur Bild und Ton überträgt, sondern im Idealfall Videomitschnitte (zum Beispiel von Rollenspielen) ermöglicht und sogenannte Break Out-Rooms anbietet, in denen der Bewerbende sich (mehr oder weniger kontrolliert) auf die nächste Übung vorbereitet, während die Beobachter/innen ungestört die Ergebnisse der vorangegangenen Runde besprechen.

In Bezug auf diesen Punkt ist der Markt (derzeit) noch etwas eingeschränkt, sodass es hier – will man sich an die Datenschutzbestimmungen halten – gegebenenfalls noch einiger Improvisation bedarf. Aber auch mit dieser lässt sich bereits gut leben und durch den zusätzlichen Einsatz von Online-Tools wie Mural oder Miro abbilden, wie Kandidaten/innen sich auch in der virtuellen erfolgreich Welt schlagen. Dabei können zeitgemäße und an Bedeutung gewinnende Kompetenzen, wie der Umgang mit digitalen Werkzeugen oder die Kommunikation auf Distanz beobachtet werden.

Wenn Sie mehr über digitale Personalauswahlverfahren wissen wollen, sprechen Sie mich gerne an. Mehr Informationen können Sie auch unter anderem in unserem Angebot „Personaldiagnostik auf physische Distanz – Remote-Durchführung valider Einschätzungsverfahren“ finden.

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