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Nachhaltige und wirksame Lernerlebnisse gestalten – dabei helfen Mindset und Tools aus dem Design. Im März haben sich bei der Learning Experience Design Conference in Amsterdam dazu rund 100 Teilnehmer ausgetauscht. Auch Hannah Rauterberg und Petra Pflugfelder von HRpepper waren dabei.

Learning Experience Design (LXD) ist ein noch kaum bekanntes Konzept und aktuell gibt es noch wenige, die Learning Experience Designer im Jobtitel führen. Was der Ansatz mit sich bringt, konnten wir vom 20. – 22. März in Amsterdam bei der Learning Experience Design Conference #LXDCON erfahren.

Gut 100 Teilnehmende aus aller Welt trafen sich, um das Mindset von Learning Experience Design, Tools & Methoden sowie Anwendungsbeispiele kennenzulernen und – ganz im Sinne der „Experience“ – auch auszuprobieren und selbst zu erfahren. Das Konzept LXD bezieht sich auf Disziplinen wie User Experience Design, Interaction Design, Design Thinking aber auch die Lern- und Kognitionspsychologie und die klassische Lerndidaktik. Entsprechend war das Publikum ein Mix aus UX-Designern, e-learning Experten, Museumspädagogen, Beratern und Trainern, Social Entrepreneuren und Menschen aus NGOs, die soziale und gesellschaftliche Transformationsprozesse gestalten.

Nutzerbedürfnisse verstehen, den Lernenden einbeziehen

Gemeinsam ist allen, die sich mit Learning Experience Design beschäftigen, dass sie nachhaltige und wirksame Lernerlebnisse erschaffen wollen. Dazu werden unter anderem die Methoden und Tools und die Denkweise aus dem Design genutzt:  Nutzerbedürfnisse verstehen, den Lernenden einbeziehen und co-creativ entwickeln, Kreativmethoden nutzen, Prototypen erstellen und testen, iterativ vorgehen. Learning Experience Design stellt ein nützliches Toolset und einen systematischen Prozess dafür zur Verfügung.

Niels Floor und sein Team von der Agentur „Shapers“ sind die Begründer des LXD und tragen diesen Ansatz sowie das Toolset in die Welt und vernetzen Interessierte unterschiedlicher Disziplinen miteinander. In der Masterclass konnten wir beispielhaft anhand eines Designprozesses durcharbeiten, wie wir Mitarbeiter zu agilem Arbeiten befähigen können. Die LXD-Canvas hat uns Struktur und Anleitung gegeben, tatsächlich ausreichend lange bei der Analyse der Bedürfnisse und Motive der Zielgruppe zu bleiben und nicht vorschnell in Lösungsansätzen zu denken. Hört sich theoretisch einfach an, ist im praktischen Tun aber dennoch ein Muskel, der trainiert werden muss.

Lösungsmöglichkeiten ganz neuer Art erdenken

Wie schon Einstein sagte: „Wenn ich eine Stunde hätte, um die Welt zu retten, dann würde ich 55 Minuten darauf verwenden, das Problem zu definieren und nur 5 Minuten, um Lösungen zu finden.“ Man sollte sich buchstäblich in ein Problem verlieben, das heißt, es durchdringen, erkennen und mögen. Mit dieser Haltung kann ich Lösungsmöglichkeiten ganz neuer Art erdenken, so die Botschaft von Marco van Hout von der Digital Society School in Amsterdam, die sich mit der Gestaltung von digitalen Transformationsprozessen in Organisationen und in der Gesellschaft beschäftigt. Jess Malz von Inbo wiederum zeigte Möglichkeiten auf, LXD-Tools und Mindset auf der individuellen Ebene anzuwenden: Wie kann ich mein persönliches Lernen aktiv und systematisch gestalten und dabei LX- Designprinzipien nutzen. Alex Walter von ELT Jam hat dies ganz praktisch bei sich selbst angewendet und sein eigenes und persönliches MBA-Programm („I-MBA“) entwickelt.

Die drei Tage waren gefüllt mit unterschiedlichsten Anwendungsbeispielen und haben uns angeregt, unser eigenes Denken und das Gestalten von Lernerlebnissen zu prüfen. Wir konnten Ideen und neue Methoden einsaugen und erleben. Zu unserem Verständnis von Lernen fügen wir die Perspektive und die Tools der Designer hinzu und können damit hoffentlich gemeinsam mit unseren Kunden wirkungsvolles Lernen gestalten, das im Gedächtnis bleibt.

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