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Leadership und Management-Gurus, die den Menschen in den Mittelpunkt stellen, Führung neue Facetten geben und Achtsamkeit sowie Social Responsibility salonfähig machen: Beim Peter Drucker Forum in Wien Ende des vergangenen Jahres gab es viel Stoff zum Nachdenken. Eine Nachlese von Kerstin Prothmann und Sandra Driedger.

Ende November durften wir mit der Präsenz auf zwei ganz unterschiedlichen Veranstaltungen bei HRpepper mal wieder die Brücke zwischen der alten und der neuen Welt schlagen. Während unsere Kollegen zeitgleich die Work Awesome Konferenz in Berlin besuchten, reisten wir nach Wien und nahmen in der altehrwürdigen Hofburg am 10. Peter Drucker Forum teil. Zum Drucker Forum treffen sich jedes Jahr die wichtigsten Management-Forscher und Vordenker. In diesem Jahr stand der Mensch im Mittelpunkt unter dem Motto: „Management. The Human Dimension“.

Klassisch, konservatives Setting

Überraschend und zugleich faszinierend war für uns das historisch, konservative Setting. Schwarze Stuhlreihen, frontal auf das Podium ausgerichtet, mehr Präsentation als Interaktion. Erfrischend die aktive Integration der „Young Generation“, die in Barcamp Sessions diskutierten und dabei großen Spaß hatten. Wir erlebten zwei Tage lang ein Feuerwerk an Impulsen zu den großen Themen dieser Welt, vorgetragen von internationalen Größen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Journalismus. Beeindruckend war die Dichte der hochkarätigen, vielfältigen Speaker, unter ihnen Alexander Osterwalder, Gary Hamel, Thomas Sattelberger oder Zhang Ruimin vom chinesischen Großkonzern Haier. Noch mehr weibliche Speaker auf der Bühne wären toll gewesen.

Aber nicht weniger inspirierend waren die Teilnehmer, die sich auf den Weg nach Wien gemacht und sich in der Vorweihnachtszeit Freiräume geschaffen hatten, um den Horizont zu erweitern und ihren eigenen Beitrag in der Welt zu reflektieren. In den wenigen Pausen und bei der Abendveranstaltung nutzten alle intensiv die Möglichkeit sich auszutauschen. So viele tolle Menschen, die für die Weiterentwicklung unserer Gesellschaft brennen, und diese an einem Ort zu versammeln und einen Raum für Austausch, Inspiration und gemeinsames Wachstum zu schaffen, das ist ein besonderes Geschenk, das uns der Organisator Richard Straub und sein Team gemacht haben.

Zu jedem Trend gibt es ein Gegentrend

Inhaltlich reichte das Themenspektrum von Culture of Mindfulness über den Beitrag von Unternehmen auf gesellschaftlicher Ebene hin zu einem sinnvollen Umgang mit künstlicher Intelligenz. Stimmungsvolle Titel wie „Time to re-engage with humanities“ oder auch die Frage: „Should managers be activists?“ wirken immer noch in uns nach.
Schön zu erleben, wie zu jedem Trend auch ein Gegentrend entsteht. Wie das Thema Mensch in gleichem Maße an Gewicht gewinnt, wie Technologisierung und künstliche Intelligenz diskutiert werden. Die Gleichzeitigkeit, der Brückenschlag, der auch bei HRpepper im Fokus unserer Arbeit steht, fasziniert uns. Hier auf dem Drucker Forum fanden wir Gleichgesinnte, die aus ganz verschiedenen Richtungen am selben Ziel arbeiten: die Arbeitswelt für Menschen jeden Tag ein bisschen besser zu machen und neu zu denken.

Unser Fazit: Viele Panels haben uns tief bewegt und zur persönlichen sowie organisationalen Reflexion motiviert. Wir fühlen uns angeregt, unsere persönliche Haltung und unser Verantwortungsbewusstsein für Themen auf der gesellschaftlichen Ebene miteinander zu teilen. Wir sind dankbar für die Inspirationen – sowohl von Panel-Teilnehmern auf der Bühne wie von Teilnehmern beim abendlichen Gala-Dinner im Rathaus. Und wir stellen uns die Frage: Wie können alle Beteiligten die gewonnenen Erkenntnisse mit ihrem täglichen Tun vernetzen bzw. können die entstandenen Impulse unsere Arbeitswelt tatsächlich ein kleines Stückchen transformieren? Wir sehen uns genauso wie alle Beteiligten in der Verantwortung, aus den Impulsen Botschaften und Ideen zu entwickeln und diese zur Anwendung zu bringen.

Zeit für (Selbst-)Reflexion nehmen

Dies wollen wir hiermit aufnehmen. Vielleicht findet Ihr, liebe Leser, im noch so frischen Jahr einige ruhige Momente, um ein paar Aussagen bzw. Fragen zu reflektieren und daraus Impulse für die Ausrichtung in diesem Jahr zu gewinnen.

Fragen stellen können

Führung findet immer mehr auf unbekanntem Terrain statt. Hier kommt es darauf an, die richtigen Fragen zu stellen, nicht die richtigen Antworten zu haben. Wie sieht unsere Fragen & Antworten-Bilanz aus? Was sind die Fragen, die wir uns stellen – als Individuum und als Organisation? Wann stellen wir wirklich gute Fragen und wie oft gelingt uns ein aktives und echtes Zuhören?

Zeit zum Ausruhen

Führungskräfte brauchen ausreichend Raum und Zeit für Inspiration und Reflexion. Und das Gehirn braucht Zeit zum Ausruhen. Wie schaffen wir das in einer Welt, in der „Business“ zum Statussymbol geworden ist und Pausen oder Leerlaufzeiten kein Wert beigemessen wird? Wie reagieren wir auf Menschen in unserer Umgebung, denen es gelingt, diese Pausen für sich zu schaffen? Was gestehen wir uns an Leerlauf selbst zu? Wie fühlen wir uns, wenn wir nicht komplett ausgelastet, nicht „super busy“ sind? Und wie können wir diese Erkenntnisse in unsere Formate und unsere Arbeit mit Kunden noch mutiger integrieren?

Passende Organisationsform

Die passende Organisationsform zu finden und aufzubauen ist entscheidend, noch wichtiger als Talente zu identifizieren und zu entwickeln. Aber wie können wir die passende Organisation für die Zukunft finden? Wie können Organisationen wachsen ohne „fett“ zu werden? Wie kann eine starke Unternehmenskultur entwickelt werden? Diese Fragen treiben uns bei HRpepper derzeit ganz besonders um, gerade mit Blick auf die Transformation zu agilen (HR-)Organisationen, die wir begleiten dürfen.

Gesellschaftliche Verantwortung

Unternehmen haben immer auch eine gesellschaftliche Verantwortung. Corporate Social Responsibility ist mehr als ein Jahresbericht oder ein Marketinginstrument. Es geht nicht mehr nur um gute Zahlen des Unternehmens. Kunden, Shareholder und Mitarbeiter fordern mittlerweile einen gesellschaftlichen Beitrag aktiv ein. Wo ordnen wir uns ein, auf einer Skala zwischen leistungsorientiert und Übernahme von gesellschaftlicher Verantwortung? Wie zufrieden sind wir mit der Positionierung? Wie kommen wir einen Schritt weiter? Was sind wir bereit dafür aufzugeben?

Wir haben am Drucker Forum nicht nur teilgenommen und zugehört, sondern werden in diese Themen auch bei unserem anstehenden HRpepper Team-Offsite eintauchen und freuen uns darauf, einige Gedanken und Ideen gemeinsam mit unserer HRpepper Community weiter zu entwickeln.

HRpepper-Beraterinnen in Wien (v. l. n. r.): Lucia Baginova, Kerstin Prothmann, Sandra Driedger

 

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