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Der Recruiter Slam in Stuttgart ist der alljährliche Pflichttermin für Personaler und Berater, die Personalarbeit als Kunstform sehen. Mitte April war es wieder soweit: die besten Recruiter traten zum Wettkampf an – und Shiran Habekost hat sich das Ganze als Fan der ersten Stunde wieder angeschaut. 

Zum dritten Male fand der Recruiter Slam in Stuttgart statt: Recruiter slammen? Ja, nur was genau soll das sein? Wie können diese Menschen, vor denen sich Bewerber eher fürchten und die in Unternehmen nicht selten misstrauisch beäugt werden, slammen? Und um was geht es eigentlich genau?
Eines vorab: Der Recruiter Slam 2018 in Stuttgart war ein sehr geselliger Abend, auf dem viel Schwerwiegendes auf leichte Art und Weise diskutiert und angerissen wurde.

Das Format

Angelehnt an das klassische Poetry-Slam-Format, duellieren sich Recruiter auf der Bühne – verbal versteht sich. Maximal  sechs Minuten Zeit hat jeder, sein Thema, seine Sicht, seine Poesie, seinen Witz oder seine Sorgen dem Publikum vorzutragen. Jeweils zwei Personen traten gegeneinander zum Battle an, das anhand des Applauses des Publikums – gemessen vom Master of Ceremony Tobias Meinhold – entschieden wurde. Insgesamt trauten sich acht Recruiter nacheinander auf die Bühne: sechs Männer und zwei Frauen. Im Finale waren dann also logischer Weise vier Slammer, die gegeneinander antraten.

Die Inhalte

Slammer wissen: Respect the Poem. Entsprechend waren die Beiträge entweder Gedichte und Reime oder ein lyrischer Beitrag, in Form einer Kurzgeschichte in zwei Teilen. Themen waren die Sorgen der Recruiter, der Gender Gap, das Mindset, die Digitalisierung und die wohl beste Recruiting-Geschichte des (fiktiven) Tech-Recruiters Bronco Rautenmüller. Kurzum: Es wurde das ganze Spektrum des Recruiting-Alltags mit einem Schmunzeln und dem einen oder anderen Lacher aufs Korn genommen.

Das Publikum

Wie auch schon in den Jahren davor, waren nicht nur Recruiter im Publikum: Es waren Fans da, HRler, Unternehmer und natürlich auch ganz viele begeisterte Unterstützer. Die Location „Im Wizeman“ bietet eine tolle Kulisse, wo sich schon Stuttgarts Originale bewiesen haben: die Fantastischen Vier in jungen Jahren. Welchen besseren Ort könnte es also zum Slammen geben?! Das Publikum war wieder fantastisch und hat nicht nur gelacht, sondern auch fleißig unterstützend applaudiert, vor allem, wenn wirkliche Absurditäten des Recruitings und HR-Alltags zum Besten gegeben wurden.

Der Ablauf

Als kleine Tradition schleicht sich ein, dass der Vorjahresgewinner den Abend eröffnet. Jannis Tsalikis (Vice Media) hatte das Publikum spätestens ab dem zweiten Satz im Griff. Und bei der zweiten Wiederholung von „Bumm-Bumm-Bumm- Piep-Bumm“ hatte der Abend sogar eine tolle Melodie. Danach wurde geslammt ohne Bandagen: Vom „Triptychon der Vergangenheit“ (Früher war alles besser) bis hin zum „Heimatministerium schließt das Gender Gap (nicht)“ war alles dabei. Schonungslos wurde mit IT und Algorithmen abgerechnet, denn die finden in Zukunft ja die besten Mitarbeiter. Und Bronco wusste die Kompetenzen des Top-Kandidaten jederzeit völlig richtig und zur vollen Zufriedenheit der Fachabteilung und des Kandidaten einzuschätzen. Zu Bronco bleibt nur zu sagen: Was für eine Maschine, dieser Recruiter!

Qualifikation und Finale

Trotz der besten Geschichten und Poesien, haben es – naturgemäß – nicht alle ins Finale schaffen können. Am Ende war es bei den meisten Duellen bei Weitem nicht so, dass ein eindeutiger Gewinner sofort ermittelt werden konnte, nein, vielmehr ging es diverse Male ins Stechen. Am Ende stand fest: Drei Männer und eine Frau legten im Finale die verbleibenden Bandagen und Schützer ab, um das Publikum für sich zu gewinnen.

„Die messbare Seite der Welt, ist nicht die Welt“

Thomas Rapp stellte das H in HR vor, Heiko Schomberg machte sich als Bronco Hoffnung, Robindro Ullah mutmaßte, dass Disruption eine neue Volkskrankheit ist, aber Rebecca Glockner stellte Algorithmen in Frage und das gefiel allen so gut, dass sie den Sieg einfahren konnte. Sie ist im Übrigen Personalreferentin bei der Neoperl Gmbh.

Fazit

Der Recruiter Slam ist jedes Mal wieder ein Highlight, weil er einfach frischen Wind in die Szene bringt, Ideen und Bilder klarstellt und kritisch ist. Das war nicht nur ein Spaß, sondern auch klärend und aufklärend. Und im Gegensatz zu unserem Heimatministerium und unseren Vorständen: Recruiting kann Gender! Einen Herzlichen Glückwunsch an Rebecca. Last not Least: Vielen Dank an Michael Witt und Tobias Meinhold, die dieses Event ins Leben gerufen haben und mit Bravour durchführten.

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1 Kommentar

Moin Shiran,
danke für die schöne Zusammenfassung. Ja, mit dem Recruiter Slam hat sich wirklich ein tolles Format etabliert. Ich persönlich fand es sehr spannend, wie (selbst)kritisch das Recruiting und der Umgang mit Bewerbern reflektiert wurde. Möge auch solch eine Veranstaltung dazu beitragen, dass sich der Umgang ändert.
Und schade, dass du in Wiesbaden nicht dabei bist. So ein netter Nachbericht auf dem Blog von hrpepper wäre eine Freude 😉
Sonnige Grüße und bis bald mal wieder
Henner

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