HRpepper Management Consultants wächst und wächst. Unter anderem ist im August Shiran Habekost als Senior Consultant zu uns gestoßen. Der Psychologe bringt Erfahrungen als Consultant sowie als HR Development Manager mit. Wir haben ihn mal gefragt, für welches Thema denn so sein Herz schlägt. 

Shiran, was reizt dich eigentlich am Berater-Dasein?
Es gibt für mich verschiedene Gründe, weswegen ich mich für diesen Weg entschieden habe. Zum einem habe ich eine große Freude daran zu lernen, das Wissen dann aufzubereiten und weiterzugeben. Sicher spielt auch ein Erfolgsmotiv eine wesentliche Rolle, wobei ich sehr viel Wert auf Augenhöhe und Wertschätzung lege. „Last but not least“ geht es beim Beraten um Einschätzen und Entwickeln: Hier kann ich meine kreative Seite ausleben – denn Zukunft erfordert neue Ansätze, Ideen, Prozesse und Strukturen.

Für welches Thema schlägt dein Herz vor allem?
Auf unternehmerischer Ebene ist es das Thema Change und Innovation. Etwas verkürzt gesagt, hat man dem Kind schon viele Namen gegeben, ob nun Organisationsentwicklung oder Strategie. Ich mag es, am Puls des Unternehmens und dessen Mitarbeiter zu sein. Der Drehzahlmesser darf lieber am roten Bereich schrammen als sich im Mittelfeld zu bewegen. Privat bin ich für fast alles zu begeistern – außer Langeweile: von Kunst, Kultur bis Forschung und Politik.

Welche Entwicklung in der Arbeits- und Wirtschaftswelt findest du derzeit besonders spannend und warum?
Wir erleben eine Zeit der Transparenz, wie sie Unternehmen so noch nie kannten. Die Mitarbeiter wissen mehr denn je über die Weiterbildungsmöglichkeiten, die Gehaltsgefüge, die Boni oder andere sonst sehr „intime“ betriebliche Eigenheiten Bescheid und können diese vergleichsweise gut einordnen. Das zwingt zum Beispiel Unternehmen auf mitarbeiter- und auf technologischer Ebene zu anderen Herangehensweisen. Die direkte Marktkonkurrenz hat einen neuen entscheidenden Player bekommen: der Arbeitsplatz und seine Attraktivität sind im Aufwind. Die Produkte oder die Dienstleistungen, die ein Unternehmen erbringt, haben diesen Wandel bereits durchlebt. Nun geht es um die Mitarbeiter. Und wenn es um die Mitarbeiter geht, geht es um die Zukunft: Denn man kann vieles automatisieren, doch Innovation und Kreativität nicht – und ohne die, wird es schnell eng am stark transparenten Markt.

Du hast Erfahrung zu vielen HR-Themen, zum Beispiel auch in Bezug auf die Führungskräfteentwicklung. Welche Trends siehst du in diesem Bereich bzw. wie hat sie sich in den vergangenen Jahren verändert?
Es gibt einige Standards, die verblüffender Weise immer noch nicht alle wirklich kennen. Immer wieder erfahren wir, dass zum Beispiel Konfliktmanagement in Betrieben kaum behandelt wird. Ich gehe davon aus, dass diese Basics auch weiter einen Teil der Führungskräfteentwicklung ausmachen werden. Doch kommen neue Dimensionen dazu, die wir schon aus der Forschung kennen, wie zum Beispiel Sinnhaftigkeit der Arbeit. Hinter dem steht die Frage: Wie kann ich als Führungskraft zum einem sicher gehen, dass meine Mitarbeiter einen Top Arbeitsplatz haben, so dass, wenn sie ihn mit anderen Arbeitsplätzen vergleichen, keine Abwanderung stattfindet. Zum anderen geht es darum, sich in einem „Buzz-Word-Meer“ zurecht zu finden: Was ist Agile, was ist Holocracy, wie funktioniert laterale Führung, was ist Radical Collaboration? Und was brauche ich dafür? Diese Flut an Informationen und Triggern ist sicherlich neu und verunsichert viele Führungskräfte. Dabei wird immer wieder das Wesentliche aus den Augen verloren: Die Traits – die sogenannten Persönlichkeitseigenschaften, denn nicht jeder kann alles und das ist auch gut so.

Welches Buch oder welchen Film kannst du als Inspirationsquelle empfehlen?
Sicher gibt es nicht „das Buch“ oder „den Film“ in meinem Leben. Dafür bin ich zu facettenreich. Empfehlenswert finde ich immer wieder „Ghost Dog“ von Jim Jarmusch. Die Reflexion ist interessant, da jeder den Film anders sieht. Meine Buchklassiker sind „Gorin no Sho“ von Miyamoto Musashi und die „Wunderbare Katze und andere Zen-Texte“ von Karlfried Graf Drückheim.

Die Fragen stellte Jan C. Weilbacher 

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