Zufriedene Seminarteilnehmer lernen (n)immer gut


„Na hören Sie mal“, werden sich Trainingsverantwortliche entrüstet abwenden. „Das ist doch wohl keine Frage! Natürlich lernen Teilnehmer, die mit einem Seminar und dem Trainer zufrieden sind deutlich mehr und besser als andere. Schließlich wird die Zufriedenheit nahezu flächendeckend in allen Organisationen erfasst und das als Bildungscontrolling ausgegeben. Die Anhänger des legendären Vier-Stufen-Modells von Kirkpatrick (1976) würden noch einen darauf setzen und argumentieren, dass Zufriedenheit schließlich die notwendige Bedingung  für Lernerfolg, Transfererfolg und damit Unternehmenserfolg sei. Klingt plausibel, ist aber nicht so. Jedenfalls nicht immer, wenn man der Empirie glaubt. Es gibt einige Studien, die diesen Zusammenhang nicht bestätigen können (Noe & Schmidt 1986). Anders herum wird manchmal ein Schuh daraus: Der Trainer der irritiert, eine Gruppe zum Grübeln bringt, mag manchmal nachhaltigere Lernprozesse anstoßen, als der beliebteste Strahlemann. Meist wird dieser aber schnell auf Basis der „Controlling“daten ausgemustert. Ergo: Stromlinienförmigkeit ist meist angenehmer, aber nicht immer wirksamer. Fraglich bleibt, wie dieser Aspekt in der Praxis balanciert werden kann.

Kirkpatrick, D. L. (1976). Evaluation of Training. In: R.L. Craig (Ed.). Training and Development Handbook: A Guide Resource Development (pp. 301 – 319). New York       
Noe, R. A. & Schmitt, N. (1986). The influence of trainee attitudes in training effectivness: Test of a model. In: Personnel Psychology (pp. 497-523) 
Süßmair, A. & Rowold, J. (2007). Kosten-Nutzen-Analysen und Human Resources. Weinheim. Basel      

| Verfasst von Dr. Matthias Meifert

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