Ein Gespräch mit Marketingleiter Kelly Ford über innovatives Banking

Unknown

Berlin, 10. März 2016

Böppel Danke, dass Du uns heute zu Number26 eingeladen hast. Woran erkennen wir, dass wir in einer Bank sind?

Das ist uns fast egal, ob jemand merkt, dass er in einer Bank ist oder nicht, wenn er hier reinkommt. Wir verstehen uns eher als eine Technologie Plattform die innovative FinTech Unternehmen für den Kunden unter einem Dach zusammenbringt. Die operierende Bank im Hintergrund ist Wirecard, durch sie wickeln wir unsere Bankgeschäfte ab.

Wir grenzen uns bewusst von den klassischen Banken ab. Wir sehen uns als eine neue Plattform, die wir quasi auf der „grünen Wiese“ entwickelt haben. Unser Name, Number26, spiegelt das auch ganz bewusst wieder: Da ist kein „Spar“ oder „Bank“ in der Marke enthalten.

Böppel Kannst Du uns mehr über den Zweck und die Vision von Number26 erzählen?

Wir wollen ein neues Bankerlebnis kreieren, das komplett mobil über das Smartphone oder Tablett funktioniert. Der Endkunde soll ein vollkommen neues Kauf- und Produkterlebnis erhalten. Dafür bieten wir unseren Kunden eine Plattform für Bankprodukte. Wir arbeiten jetzt schon mit einigen Kooperationspartnern wie z.B. TransferWise zusammen, die eine Erfahrung ganz in unserem Sinne bieten. Zukünftig wollen wir das Angebot weiter ausbauen und unseren Kunden zusätzliche Finanzprodukte anbieten. Besonders wichtig ist uns Transparenz, auch hinsichtlich der Gebühren und das positive Erlebnis: mobile, und einfach schön.

Wie schaffen wir das? Wir haben den Vorteil, dass wir diese Plattform komplett neu aufsetzen konnten und keine bestehenden Lösungen anpassen mussten. Im Vergleich zu vielen traditionellen Banken haben wir nicht mit veralteter Technologie und einem kostenintensiven Filialnetz zu kämpfen.

Böppel Welche Auswirkungen hat das für die weitere organisatorische Entwicklung, die Mitarbeiter und die Unternehmenskultur?

Wir wollen Mitarbeiter haben, die bereit sind, unternehmerisches Risiko mit einzugehen und mit Leidenschaft das Geschäft aktiv nach vorne bringen. Eine Idee zu haben und die Umsetzung über kurze Entscheidungswege direkt realisiert zu sehen, ist für unsere Mitarbeiter sehr wichtig. Das ist jenseits von Vergütung und allen anderen Dingen sehr sehr stark motivierend. Alle an einem Platz zu haben, hilft uns, schnell zu sein.

Ansonsten sind wir hier sehr informal und haben natürlich auch Spass. Aber vor allem sind wir sehr professionell. Professionalität steht bei uns an erster Stelle. Da sind wir dann doch im Finanz Bereich.

Böppel Was sind Eure Prioritäten für 2016? Und wo werden wir Number26 in fünf Jahren sehen?

Neben einer Erweiterung der Funktionalitäten unserer Kernprodukte Girokonto und MasterCard um zusätzliche Features streben wir eine weitere geographische Expansion an. Deutschland und Österreich sind unsere Gründungsmärkte mittlerweile sind wir in sechs weiteren Ländern angekommen. Wir werden kein Filialnetz aufbauen, aber natürlich ein kompetentes und gut erreichbares Call Center weiter etablieren.

Kooperationen mit neuen Partnern werden uns helfen, unsere existierenden Kunden noch glücklicher zu machen. Den Meilenstein der 100.000 Kunden haben wir bereits nach einem Jahr geknackt und sind aktuell bei mehr als 130.000
Kunden.

Und auch in fünf Jahren noch möchten wir gerne alles an einem Platz haben. Berlin als Technologie-Standort ist zurzeit sehr attraktiv und es gibt so viele verschiedene Nationen hier. Eine zentrale Steuerung aus Berlin bleibt unser
langfristiges Ziel.

Böppel Noch ein Wort zu Dir: Was wolltest Du als Kind werden? Und wie bist Du schließlich zum “Banker” geworden?

Ich, ach das ist langweilig. Ich habe einen Hintergrund in den Ingenieurwissenschaften und dachte, ich werde vielleicht Programmierer. Ich bin doch sehr Daten-getrieben. Aber ich sehe mich auch jetzt nicht als Banker. Ich bin ein „Consumer-Marketeer“ und es freut mich meine Erfahrung jetzt in den Finanzbereich zu tragen.

Unknown

Die HRpepper Berater Kerstin Prothmann und Matthias Larose mit Kelly Ford